Wir sind in der Presse: Handelszeitung vom 23. Mai 2007
Mai 29th, 2007 by Pedro Meya Marty
Martin Spieler von der Handelszeitug hat mich für eine Kolumne zum Thema Kommunikation in Virtuellen Welten angefragt. Welche Ehre! Da ich lieber meine Zeit in Second Life verbringe, habe ich meinen Kollegen Bruno Mettler gebeten, seinen Kopf hinzuhalten. Ich finde, er hat es gut gemacht und das ganze mit auf eine einfache, greifbare Weise präsentiert. Martin Spieler hat sich übrigens bei ihm bedankt und vielleicht darf er wieder mal.
Viel Spass
Pedro
Die Zeit ist reif, um in der «zweiten Welt» zu kommunizieren
Es ist Auffahrt, der Regen prasselt an die Fensterscheibe und ich sitze vor dem Computer, um diesen Artikel zu schreiben. Stattdessen könnte ich in Lissabon bei schönstem Wetter am Meer sitzen und mit meiner Freundin Lisa plaudern. Danach an einem Konzert von «Linkin Park» abrocken, die Stadt Berlin etwas auskundschaften und vielleicht später in der Nacht das «Shortest Silent Movie Festival» besuchen. Da lerne ich bestimmt wieder ein paar neue Filmfreaks kennen. Ich könnte aber auch endlich mal die Mercedes C-Klasse ausprobieren, mir eine Balletvorführung ansehen oder tauchen gehen. Denn grad gestern hat mir jemand von einem tollen Unterwasser-Wrack erzählt. Dann noch schnell rüber nach Amsterdam, weil gerade ein Kollege da ist und mir etwas zeigen will. Gestern habe ich übrigens eine einsame Insel gewonnen. Jetzt möchte ich mir ein schmuckes Häuschen darauf bauen, mit Pool, an dem ich für meine Kumpels ab und zu eine Party schmeissen kann. Betreffend der Architektur schwanke ich noch zwischen Bauhaus und Las Vegas-Barock. Ich werde wohl einfach selber mal was ausprobieren. Wenn es mir nicht gefällt, lösche ich mein Haus einfach per Mausklick wieder und versuche es von neuem.
Willkommen in einer virtuellen Welt, in der unsere Träume etwas realer, wenn auch nicht handgreiflich wirklich werden – und gerade deswegen alles möglich ist. Aus professioneller Sicht bietet die virtuelle Welt «Second Life» je länger je mehr optimale Bedingungen für unterschiedlichste Kommunikations-Formen: So gab etwa die Rockband Linkin Park einen Auftritt in der von AOL gesponserten Arena (Sponsoring, Events). Mercedes bietet die C-Klasse zur kostenlosen Probefahrt an (Produktdemonstration). Amsterdam lädt zum Sightseeing ein (Tourismusinformation). Das Häuschen auf der einsamen Insel gibt’s als Preis (Gewinnspiele). Auf Partys sehe ich neue Fashion-Accessoires (Productplacement). Und beim «Shortest Silent Movie Festival» handelt es sich um eine neue Form von Kultursponsoring. Die Beispiele beweisen: Unter allen virtuellen Welten bietet Second Life (www.secondlife.com) gegenwärtig die besten Voraussetzungen für’s Marketing. Zunehmend auch für Schweizer Unternehmen. Denn bereits existieren spezielle Zonen, in denen sich viele unserer Landsleute mit Vorliebe aufhalten. Rund 80’000 Schweizer(innen) sind gegenwärtig im Second Life registriert, bei nach wie vor rasch steigender Tendenz. Das Durchschnittsalter der helvetischen User(innen) liegt bei 30 Jahren. Von den Personen, die sich im «Second Life» bewegen, sind rund 40 Prozent weiblich. Zudem haben die User(innen) eine mittlere bis hohe Bildung, sind kaufkräftig und logischerweise offen für Neues. Und was besonders auffällt: jede Aktivität von Schweizer Unternehmen im «Second Life» wird von der Schweizer Community begeistert begrüsst.
Bruno Mettler ist Partner bei der Schweizer Second Life-Agentur Pedro Meya Marty LLC. Pedro Meya Marty ist eine Marketing- Agentur, die auf Konzepte und entsprechende Umsetzungen für virtuelle Welten spezialisiert ist.